Geschichte und Entdecker » Entdecker, Wissenschaftler und andere Persönlichkeiten
Entdecker: Edward Adrian Wilson, 1872 – 1912 (England)
07.07.2007 - 18:45

Edward Adrian Wilson


Entdecker – Antarktis
Geboren – 23. Juli 1872
Gestorben – 29. März 1912
Herkunft - Großbritannien
Beruf – Polarforscher, Arzt, Ornithologe
Erfolge – Erreichte mit Scott den Südpol im verlorenen Wettlauf zum Pol,
außergewöhnliche Aquarellzeichnungen während den Expeditionen

Edward Adrian Wilson wird am 23.Juli 1872 beim Badeort Cheltenham im Südwesten von England in Gloucestershire geboren. Die Stadt genießt einen Ruf als reich und vornehm und die Region als das Herz von England (Cotswolds).

Aufgewachsen auf einer Farm, studierte Wilson am Gonville and Caius College der Universität Cambridge, wo noch heute die College-Fahne aufbewahrt wird, die
Wilson mit zum Südpol nahm. Während seines Medizinstudiums erkrankt Wilson in den Slums von London an Tuberkulose.

Wilson wird Arzt und Ornithologe und nimmt an zwei britische Antarktisexpeditionen teil – beide unter Robert Falcon Scott. Seine erste Fahrt zwischen 1901 und 1904 begleitet er Scott auf den Discovery-Expeditionen, eine aus zwei Einzelfahrten bestehende Expedition zur Erkundung der Antarktis mit dem Versuch, soweit wie möglich nach Süden vorzudringen. Auf dieser Expedition lernt er einen Polarforscher kennen, der später berühmt wird durch seine Nimrod-Expedition (1907) und die legendäre Endurance-Expedition (1914): Sir Ernest Shackleton.

Scott befiehlt dem enttäuschten Shackleton im Basislager auf Schlittenhunde aufzupassen anstatt Shackleton zum Rekordvorstoß zum Südpol mitzunehmen und beschreibt ihn später sogar noch als „schwachen Mann“. Es entbrennt ein unglaublicher Streit zwischen den beiden britischen Polarhelden.

Wilson versucht zu schlichten. Er setzt sich sogar vehement für Shackleton ein, lehnt aber auch die Teilnahme an Shackletons Nimrod-Expedition ab und entscheidet sich, mit Scott einen weiteren Versuch zu unternehmen. Beide gehören zu jenen fünf Männern, die am 18. Januar 1912 nach dem Norweger Amundsen den Südpol erreichen. Alle sterben während ihrer Rückkehr (Terra Nova Expedition 1910-1912).

Als begabter Zeichner fertigt Wilson eine Reihe außergewöhnlicher Aquarelle an und dokumentiert so sehr sehenswert den Expeditionsalltag, Landschaften und Tiere in einer Zeit, wo die Fotographie erst begann.

Wilson gilt als feinster Kerl in bester körperlicher Verfassung, der stark religiös aufwächst und bis zu seinem Tod seine spirituelle Heiterkeit und Gelassenheit beibehält. Alle Kameraden wenden sich stets zu ihm, wenn sie Zuspruch benötigen. Nachdem, was man hört, war Wilson auch der engste Mitstreiter für Scott. Als die Suchmannschaft später die Leichen von Bowers, Wilson und Scott finden, liegt noch der linke Arm von Scott um den bereits erfrorenen Körper von Wilson.


polarworld


gedruckt am 12.11.2019 - 17:49
http://www.polarworld.de/include.php?path=content/content.php&contentid=574