Artikel » Nachrichten » Schiffsunglück in der Antarktis Artikel-Infos
   

Schiffsunglück in der Antarktis
15.02.2007 von AOL (pf/dpa), Foto: AP

Schiffsunglück in der Antarktis

Wellington, Neuseeland
Feuer ist auf einem japanischen Walfangschiff ausgebrochen. Die "Nisshin Maru" hat etwa 1.000 Tonnen Öl und Chemikalien an Bord. In der Antarktis droht eine Umweltkatastrophe.
Nisshin Maru
Die "Nisshin Maru" in einem Archivfoto der AP.

In der Antarktis ist ein japanisches Walfangschiff in Brand geraten. Die neuseeländische Regierung befürchtet eine Umweltkatastrophe. An Bord sind etwa 1.000 Tonnen Öl und Chemikalien. Eine Säuberungsaktion wäre schwierig: Von Neuseeland aus braucht ein Schiff sechseinhalb Tage, um den Unglücksort zu erreichen. "Die Situation ist ernst", sagte der neuseeländische Umweltminister Chris Carter am Donnerstag.

Die "Nisshin Maru", Mutterschiff der umstrittenen japanischen Walfangflotte, trieb am frühen Abend etwa 100 Seemeilen vor der Küste der Antarktis mit Schlagseite im Wasser. Matrosen hatten jede Menge Wasser an Bord gepumpt, um die Flammen zu löschen. Ob der Motor wieder in Gang zu bringen sei, damit das Schiff aus eigener Kraft in einen Hafen fahren kann, war nach Angaben von Carter noch unklar.

Ein Seemann noch vermisst

Der Brand war in den frühen Morgenstunden ausgebrochen. Die meisten der 161 Besatzungsmitglieder wurden von drei Beibooten aufgenommen, eine Rumpfcrew blieb an Bord, um die Flammen zu bekämpfen. Ein 27-jähriger Seemann wird vermisst. Die Ursache des Brandes ist bislang unbekannt. Behörden bestätigten keine Gerüchte über eine Explosion an Bord.

Die neuseeländische Regierung geht davon aus, dass der Brand nicht von Tierschützern verursacht wurde, die die Walfangboote wochenlang verfolgt, teilweise angegriffen und behindert hatten. Vor einer Woche hatten Aktivisten der Umweltorganisation "Sea Shepherd" eine stinkende Säure auf das Deck der "Nisshin Maru" gesprüht. Nach japanischen Angaben waren dabei zwei Besatzungsmitglieder leicht verletzt worden.

Die „Nisshin Maru“ ist kein unbeschriebenes Blatt. Das Mutterschiff der japanischen Walfangflotte ist bereits mehrmals Mittelpunkt im “Walkrieg“ zwischen Japan und der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die einen Höhepunkt auch im Zusammenstoß mit dem Greenpeaceschiff „Arctic Sunrise“ Anfang 2006 in den antarktischen Gewässern hatte.

Eine große Pinguinkolonie ist unmittelbar in der Nähe des havarierenden Walfängers. Schlechtes Wetter verschärft die Situation und ein großer Eisberg driftet nun auch noch auf das manovrierunfähige Schiff!

Quellenangabe:

AOL-Nachrichten vom 15.02.2007 (pf/dpa), Foto: AP
http://www.aol.de

Webhinweise:


http://www.spiegel.de – das deutsche große Online-Nachrichtenmagazin
http://www.greenpeace.de – die weltweit größte Umweltschutzorganisation
http://www.icrwhale.org – die japanische Walfang-Kommission

Weitere Artikel:


Dramatischer Zusammenstoß des Walfängers „Nisshin Maru“ mit dem Greenpeaceschiff „Arctic Sunrise“! Mehr…

Die Auseinandersetzung zwischen der japanischen Walfangflotte und der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist mittlerweile so heftig, dass von einem „Walkrieg“ gesprochen werden kann. Mehr…


Druckansicht   druckbare Version anzeigen
Seite empfehlen   Artikel empfehlen
0 Kommentar(e)   kommentieren
 
Wertung ø 10,00
1 Stimme(n)
Seitenanfang nach oben