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Entdecker: Herbert Schröder-Stranz, 1884 – 1913 (Deutschland)
06.07.2007 von Sven Vöge

Herbert Schröder-Stranz


Entdecker – Arktis
Geboren – 09. Juni 1884 in Stranz
Gestorben – 1913 in Spitzbergen
Herkunft - Deutschland
Beruf – Polarforscher, Offizier

SCHRÖDER-STRANZ
Foto: Herbert Schröder-Stranz
Quelle: Buch „Heimatstadt - Heimatkreis Deutsch Krone“, herausgegeben von Hans-Georg Schmeling im Auftrage des Deutsch Kroner Heimathauses e.V., Bad Essen 1996, Primärquelle: "SWA Wissenschaftliche Gesellschaft Namibia",
mit freundlicher Genehmigung von Joachim Schulz, http://www.deutsch-krone.com

Sein Leben

Herbert Schröder wurde am 09. Juni 1884 auf dem Rittergut der Eltern in Stranz geboren. Später fügte er die Ortsbezeichnung an seinen Namen an, um sich von den vielen Namensgleichen Personen besser zu unterscheiden.

Als 19-Jähriger ist er freiwillig in das 4. Garderegiment zu Fuß eingetreten und meldete sich zum Kampf gegen die Hereros, ein afrikanisches Hirtenvolk aus Deutsch-Südwestafrika im heutigen Namibia, zur Niederschlagung eines Aufstandes.

HEREROS, NAMIBIA
Foto: Die Geschichte der Hereros ist geprägt von kriegerischen Auseinander-
setzungen mit anderen Stämmen und den deutschen Kolonialherren,
Rinderpest und Heuschreckenplagen.
(Quelle: M. Heuberg, DSWA Namibia, nachbearbeitet, aus dem Bildbestand
der Deutschen Kolonialgesellschaft in der Stadt- und Universitätsbibliothek
Frankfurt am Main mit freundlicher Genehmigung)

Typhus beendete seinen Einsatz und wieder zu Kräften gekommen, bereiste Schröder-Stranz die russische Halbinsel Kola im nördlichen Polarmeer um Murmansk und Karelien, die Landenge zwischen Russland und Finnland am Finnischen Meerbusen. Dabei entstand 1905 die Idee, mit einer wissenschaftlichen Expedition auch zu klären, die Nordostpassage für den Handelsverkehr zu nutzen.

Nach vielen Jahren ungeklärter Finanzierung startete am 05. August 1912 eine Vorexpedition vom norwegischen Tromsö nach Spitzbergen, um Ausrüstung, Geräte und Mannschaft zu testen. Auch wenn es sich nur um eine Vorexpedition handelte, ist es unbegreiflich, wie schlecht vorbereitet entgegen gewohnter preußischer Disziplin dieses Vorhaben durchgeführt worden ist – mit tödlichem Ausgang. Unzureichende Ausrüstung, untereinander zerstritten und vom Eis eingeschlossen, verliert sich die Spur der Expedition zwischen dem 80. Breitengrad (80°17’Nord) und dem 24. Längengrad (24°10’Ost) ohne ihr Ziel je erreicht zu haben. Die meisten der 14 Expeditionsteilnehmer, einschließlich Schröder-Stranz, kamen ums Leben. Ihre Leichen wurden zum Teil bis heute nicht gefunden.

Eine Reihe von Suchexpeditionen blieb erfolglos, zum Beispiel vom Norweger Staxrud oder Kurt Wegener, der Bruder von Alfred Wegener, oder waren nicht minder dramatisch, wie bei Theodor Lerner, wo der später durch seine Arbeit mit Leni Riefenstahl bekannte Kameramann Sepp Allgeier auch Filmaufnahmen anfertigte, die leider über die Jahrzehnte und Weltkriege hinweg heute ebenso verschollen sind.


Artikelübersicht



Seine Expedition auf der Suche nach der Nordostpassage – Ein Aufsatz über die misslungen Deutsche Arktis Expedition 1912-1913 von Falk Mahnke

Sein Expeditionsschiff, die „Herzog Ernst“ – Beschreibung des Schiffes, Geschichte

Buchempfehlungen



„Die Sorge Bai- aus den Schicksalstagen der Schröder-Stranz-Expedition“ von
Dr. Hermann Rüdiger und dem Marinemaler Christopher Rave, Verlag Georg Reimer 1913

Webempfehlungen



Chroniken über die westpommernsche Heimat von Herbert Schröder-Stranz:
Walcz, ehemals Deutsch Krone

Ein Zeitungsartikel über die Suche nach Spuren der Schröder-Stranz-Expedition von Nicola Kurth, Berliner Morgenpost vom 25.Oktober 2005:
Keine Spur blieb vom Wrack


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