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Entdecker: Konstantin Badigin, 1910 - 1984 (Sowjetunion)
09.07.2007 von polarworld

Konstantin Sergejewitsch Badigin


Entdecker – Arktis
Geboren – 16. November 1910, 29. November 1910 in Pensa, Sowjetunion
Gestorben – 17. März 1984, Moskau
Herkunft – Sowjetunion
Beruf – Seeoffizier, Polarforscher, Schriftsteller
Erfolge – Held der Sowjetunion

BADIGIN
Konstantin Badigin aus dem Archiv der
Maritim State University, 690059 Wladiwostok
Verkhneportovaya street 50a, Telefon: +7 (4232) 41-49-68

Sein Leben

Konstantin Sergejewitsch Badigin begann seine seemännische Laufbahn 1928 als Matrose auf Schiffen der sowjetischen Pazifikreederei. Später studierte er an der Seetechnischen Schule in Wladiwostok und schlug die Laufbahn eines Navigationsoffiziers ein.

In den Jahren 1935 bis 1936 war er dritter Offizier an Bord des Eisbrechers “Krassin“ und ein Jahr später wurde er zweiter Offizier an Bord des Eismeerfrachters “Sedow“, die zusammen mit zwei weiteren Eisbrechern im Eis eingeschlossen wurden.

Während die beiden anderen Eisbrecher im Folgejahr aus dem eis befreit werden konnte, verblieb die “Sedow“ insgesamt 812 Tage in Eisgefangenschaft unter der Leitung von Badigin.

1940 wurde Badigin für seine Taten zur Rettung der “Sedow“ sowie für die geleistete enorme wissenschaftliche Forschungsarbeit mit dem Titel „Held der Sowjetunion“ ausgezeichnet.

Von 1941 bis 1943 war er Chef der sowjetischen Eisbrecherflotte im Weißen Meer und Chef des glaziologischen Dienstes. In den Jahren 1944 und 1945 kommandierte er das Frachtschiff “Clara Zetkin“ auf der Route Wladiwostok-Seattle.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges schied Badigin aus gesundheitlichen Gründen aus dem Flottendienst aus und war bis zu seinem Tode 1984 als Schriftsteller tätig. Zu seinen Werken zählen neben drei autobiographischen Romanen auch historische Romane und Abenteuerromane für Jugendliche.

Eisdrift – Gefangen im Eis

Die Sowjets waren auf der Suche nach einem Weg durch die Nordostpassage für eine künftige intensive Nutzung. 1937 begab sich der Eisbrecher “Sadko“ unter der Leitung von R. L. Lasarewitsch, Wladimir J. Wiese und N. Ewgenow in das Gebiet zwischen Sewernaja Semlja und den Neusibirischen Inseln.
Als der Eisbrecher eine neue Aufgabe erhalten hatte, notleidene Schiffe in der Nordostregion zu helfen, wurde die “Sadko“ selbst im dichten Eis gefangen (23. Oktober 1937, neusibirische Inseln bei 75°17' Nord und 132°28' Ost).

In der Nähe haben sich zwei weitere sowjetische Eisbrecher aufgehalten, die “Sedow“ und die “Malygin“. Noch bevor beide zu Hilfe eilen konnten, gerieten sie selbst in Eisgefangenschaft und eine unfreiwillige und abenteuerliche Eisdrift begann. An Bord der drei Schiffe waren insgesamt 217 Besatzungsmitglieder, die untätig erleben, wie das Eis ihren Kurs bestimmt. Endlich im April 1938 können Rettungsflugzeuge wenigstens einen Großteil der Besatzungen ausfliegen. Erst fast ein halbes Jahr später in der schier endlosen, kalten Eiswüste wartend, konnte ein weiterer Eisbrecher zur Hilfe durchkommen, die “Jermak“. Der “Jermak“ gelang es zwei der drei Schiffe zu befreien (28. August 1938). Durch den enormen Eisdruck wurde das Ruder der “Sedow“ stark beschädigt. Sie konnte weder manövrieren noch konnte sie abgeschleppt werden. Kurzerhand wurde die “Sedow“ umfunktioniert als wissenschaftliche Driftstation.

Als zurückbleibender ranghöchster Offizier übernahm Badigin das Kommando über 14 Mann. Mit an Bord war Buinitzki.

Nach der (freiwilligen) Eisdrift von Nansens berühmtes Schiff “Fram“ in den Jahren 1893-1896, ging diese Eishaft auch in die Geschichte ein wegen der Vielzahl außergewöhnlicher wissenschaftlicher Untersuchungen in den Bereichen der Klimaerwärmung, Eisentstehung, Meeresströmung und Wettererforschung.

Badigin und seine Mannschaft wurden schließlich am 13. Januar 1940 zwischen Grönland und Spitzbergen in der Grönlandsee vom größten sowjetischen Eisbrecher “Stalin“ endgültig befreit.

Badigin wird zum „Helden der Sowjetunion“ erklärt und die “Sedow“ erhält ihren festen Platz in der arktischen Ruhmeshalle.

Seine Werke


„Verschollen auf Grumant“, Kultur und Fortschritt, Berlin 1960 (Krimi, Abenteuer),
Kleine Jugendreihe 21/1960

„812 Tage im Eis der Arktis - Die Drift des Eismeerdampfers Georgi Sedow". Wien, Globus-Verlag, 1946, Bestellnr: 9299, Buchreihe "Jugend voran"

„Vom Eismeer zum Pazifik“, 1. Auflage, Militärverlag der DDR Berlin, 1988, ISBN 3327006245

Artikelübersicht

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Quellenangabe, Webhinweis

www.nordlandseite.de von Thomas Bujack, Kaarst

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Anmerkung:

Die doppelte Datumsangabe bedeutet: das erste Datum den Tag des Julianischen Kalenders, das zweite Datum den Tag des Gregorianischen Kalenders.

Die Kalenderumstellung erfolgte in den meisten Ländern zwischen 1582 und 1812, in einigen Staaten Osteuropas jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts (so in Russland im Februar 1918).


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