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Scott und Amundsen - 100 Jahre Wettlauf zum Südpol (2010-2013)
16.09.2007 von polarworld

Scott und Amundsen: 100 Jahre Wettlauf zum Südpol

1910 starteten die beiden Expeditionen, die norwegische "Fram" und die britische "Terra Nova". Am 14.12.2011 vor genau 100 Jahren erreichen in einem dramatischen Wettrennen der Norweger Roald Amundsen und seine Männer als erste Menschen den sagenumworbenen letzten unentdeckten Flecken auf erden – den Südpol, der regelrecht zu einer Manie geworden war.

Im Februar 1913 hält die ganze Welt den Atem an. Ob in Berlin, Moskau oder Paris, von London bis Kapstadt, von New York bis Peking – egal wo, eine Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer und stürzt völlig unerwartet das große britische Empire geschockt und erschüttert in tiefe Trauer:

Das Ewige Eis der Antarktis hat ihren Nationalhelden Captain Robert Falcon Scott und seine tapferen Männer nicht mehr zurückgegeben und sie für immer bei sich behalten!

Niedergeschrieben in einem Tagebuch, mit verlöschender Kraft und vor Kälte erstarrten Fingern, schreibt Scott neben seinen erfrorenen Kameraden bis zum letzten Atemzug seine Geschichte. Es gibt kaum eine Sprache, in der nicht die Schlussworte und seine letzte Bitte übersetzt werden:

„Wir können nicht mehr auf Besserung hoffen. Aber wir werden bis zum Ende aushalten; der Tod kann nicht mehr fern sein. Es ist ein Jammer, aber ich glaube nicht, dass ich noch weiter schreiben kann. Um Gottes Willen – sorgt für unsere Hinterbliebenen!“ Auf der ersten Seite seines Tagebuches ergänzt er: „Schickt dieses Tagebuch meiner Witwe! R. Scott“.

Damit schafft Scott für sich und seine Männer bis zum heutigen Tage ein unzerstörbares Denkmal. Hier ist ihre Geschichte. Es ist eine dramatische Geschichte. Eine Geschichte voller Kraft und Kameradschaft, Mut und Tapferkeit, über Ehre und Stolz, Aufopferung und Entbehrung, Schmerzen und Leid - aber auch über Unvermögen, Eigensinnigkeit, Unwissenheit, Selbstüberschätzung, über Fehler und Pech bis hin zum unausweichlichen Tod.

Bei den Briten ist bis zum heutigen Tage die persönliche Post der Expeditionsteilnehmer untereinander oder an Familienangehörige und Freunde zurückgehalten worden und – soweit bekannt – auch sehr widersprüchlich. Vermutlich verbieten der militärische Ehrenkodex und der britische Nationalstolz, dass Denkmal rund um die Person und die Taten Robert Falcon Scotts nicht schaden zu wollen.

Scott schreibt in seinem Tagebuch: „Hätten wir weitergelebt, könnte ich eine Geschichte erzählen über Kühnheit, Ausdauer und Mut meiner Gefährten, die das Herz eines jeden Engländers bewegt hätten. Diese groben Notizen und unsere toten Körper müssen nun die Geschichte erzählen.“

Jetzt erzählen wir ihre Geschichte!

Zwischen dem 14.12.2012 und 29.03.2013 veranstaltet Polarworld ein spektakuläres Bühnenstück, begleitet von einer Ausstellung und verschiedenen Vorträgen.

SCOTTS SOUTH POLE PARTY

Die britische Polgruppe am Südpol, aufgenommen mit Selbstauslöser. Sie haben gegen Amundsen und die Norweger verloren. Enttäuscht und erschöpft erahnen sie den qualvollen Rückweg.

SCOTT: SOUTHWARD

Die Polgruppe auf dem Polarplateau auf dem Weg zum Südpol. Von links nach rechts: Evans, Oates, Wilson und Scott, Foto aufgenommen von Bowers, der ohne Skier hinterherlief, weil er unplanmäßig von Scott zur Polgruppe hinzu beordert wird.

Fotos: aus den Archiven der Royal Geographical Society

„Wer mir einen Helden zeigt, dem zeige ich eine Tragödie“

Zitat von F. Scott Fitzgerald, US-amerikanischer Schriftsteller (1896 – 1940), zu seinen Werken gehören „Der große Gatsby“ und „Der letzte Tycoon“ und mehr als zutreffend für das Schicksal von Robert Falcon Scott und seinen Männern.

SCOTT

Captain Robert Falcon Scott, Quelle: Royal Geographical Society Archiv

Zu streben, zu suchen, zu finden und nicht aufzugeben

Die Leichen von Evans und Oates wurden nie gefunden. Das Zelt, in dem die Suchmannschaft die erfrorenen und geschundenen Körper von Scott, Wilson und Bowers fanden, wurde als letzte Ruhestätte mit Schnee aufgeschüttet und mit einem Kreuz aus zusammen gebundenen Skiern markiert. Sie waren nur 11 Meilen vom nächsten rettenden Nahrungsdepot entfernt.

Hoch über dem Basislager auf einem Hügel, wo heute um Scotts Hütte herum große internationale Forschungsstationen betrieben werden, errichteten die Männer ein großes Holzkreuz. Eingeritzt die fünf Namen der Toten und die letzte Zeile eines Gedichtes:

“To strive, to seek, to find, and not to yield“ - was soviel bedeutet wie “zu streben, zu suchen, zu finden und nicht aufzugeben“.

Tho' much is taken, much abides; and tho'
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are;
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

Obwohl uns viel genommen ist, bleibt viel;
und obwohl wir nicht mehr jene Kraft sind
die in alter Zeit Himmel und Erde bewegte,
sind wir, was wir sind -
gleichartig im Wesen, mit heldenhaften Herzen,
geschwächt von Zeit und Schicksal, doch stark im Willen
zu streben, zu suchen, zu finden und nicht aufzugeben.

Lord Alfred Tennyson (1809-1892), aus „Ulysses“ (1833)
(Die Mutter des Dichters war übrigens eine Schwester von Sir John Franklin)


Eventveranstaltungen von Polarworld

Gesamtübersicht der Bühnenstücke

Bühnenstück: Wettlauf zum Südpol

Bühnenstück: Scott und Amundsen

Gesamtübersicht der Ausstellungen

Ausstellung: Scott und Amundsen – 100 Jahre Wettlauf zum Südpol: Zwei Teams, ein Ziel

Ausstellung: Amundsen in Grönland


Weitere Artikel

Vergleich zwischen Scott und Amundsen – Auf den Spuren zweier Polarhelden,
Eine Gegenüberstellung von Sven Vöge und Peter Pulkrabek

Mehr über Scott

Mehr über Amundsen

Webhinweise:

Scott 100 – Britische Webseite mit weltweiten Veranstaltungen rund um 100 Jahre Scott und Amundsen – Wettlauf zum Südpol


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