Artikel » Nachrichten » Klimaerwärmung: Nordwestpassage zum ersten Mal eisfrei! Artikel-Infos
   

Klimaerwärmung: Nordwestpassage zum ersten Mal eisfrei!
20.09.2007 von polarworld, NTV, FAZ

Nordwestpassage zum ersten Mal eisfrei!

Die extreme Eisschmelze lässt die legendäre Nordwest-Passage eisfrei werden! Nach Angaben der ESA (Envisat) ist die Nordwest-Passage das erste Mal seit Beginn der Satellitenbeobachtung eisfrei und für Schiffe passierbar.

ESA

Normalerweise schrumpft die Eisfläche um 100.000 Quadratkilometer im Jahr, diesmal um über 1 Million Quadratkilometer in diesem Jahr (bei einer Gesamtfläche von 4 Millionen Quadratkilometern). In den 1980er Jahren haben noch 5,5 Millionen Quadratkilometer Meereseis das arktische Meer bedeckt. Auch das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven hat darauf hingewiesen, dass die arktische Eisdecke deutlich dünner ist als noch vor sechs Jahren ist. Bei solch einem extremen Rückgang befürchten einige Wissenschaftler, dass bereits ab 2020 während der Sommermonate die arktischen Meere komplett eisfrei sein könnten.

Der Meeresspiegel steigt nicht durch das Schmelzen von Meereseis.
Zur besseren Vorstellung ein Vergleich: Ein volles Glas mit Wasser und Eiswürfeln läuft auch nicht über, wenn das Eis schmilzt, wenn es bereits im Glas ist.

Der Meeresspiegel steigt nur, wenn Eismassen auf dem Kontinent schmelzen und ins Meer fließen. Durch den Rückgang des Meereseises verändert sich aber die Meeresströmung und die Meeresströmung beeinflusst das Wetter durch Verschieben der Meeres- und Luftströmungen. Außerdem wird durch die kleinere Eisfläche die Fläche kleiner, die die Sonnenstrahlen reflektiert, wodurch sich die Atmosphäre weiter schneller aufheizt und noch schneller das Eis schmilzt, ein verhängnisvoller Rückkopplungseffekt.

Hingegen sehen die betroffenen Staaten verstärkt sogar einige Vorteile durch den Eisrückgang:
- Schiffsverkehr von Europa nach Asien spart mehrere tausend Kilometer Umweg
und ist eine preiswertere Alternative zum Panama-Kanal, der 6.000 Kilometer länger wäre
- es könnten neue Öl- und Gasvorkommen nutzbar gemacht werden,
die nun zugänglich werden, mit denen der Treibhauseffekt dann noch weiter angeheizt werden kann.

Die mögliche Ausnutzung neuer Ressourcen führt aber ebenso zu den ersten politischen Schwierigkeiten bezüglich der Souveränitätsrechte. So stellten russische Forscher kürzlich demonstrativ die Nationalflagge in 4.000 Meter Tiefe auf dem Meeresboden unter dem Nordpol auf, um den Anspruch des Landes auf das Gebiet zu unterstreichen.

Der Norweger Roald Amundsen, dem die Durchfahrt durch die Nordwestpassage als Erstem gelungen war, war von 1903 bis 1906 unterwegs gewesen. Knapp 100 Jahre später braucht ein Schiff der kanadischen Polizei nur noch einen Monat.

dpa
Der Platz wird eng im Eis!


Druckansicht   druckbare Version anzeigen
Seite empfehlen   Artikel empfehlen
0 Kommentar(e)   kommentieren
 
Seitenanfang nach oben