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Robert Falcon Scott - Die Terra Nova-Expedition
02.06.2008 von Peter Pulkrabek

Ein Artikel über die tragische Antarktisexpedition der Terra Nova. Scott und seine Männer verloren den Wettlauf zum Südpol gegen den Norweger Amundsen.

Scotts letzte Fahrt

Kapitel 1: Die Anfahrt
Nachdem die Terra Nova am 12. Oktober 1909 in Melbourne eingelaufen war, kam Scott`s Frau Kathleen an Bord und ging mit Scott wieder zurück an Land. Scott wollte dort übernachten und nur die Post abholen. Dort erreichte ihn ein Telegramm mit folgendem Wortlaut: „Erlaube Ihnen mitzuteilen, dass die Fram zur Antarktis fährt. Amundsen”.

Dass Telegram hatte Amundsens Bruder nach seiner Rückkehr aus Madeira, wo er die Fram in die Antarktis verabschiedet hatte, in Norwegen an Scott aufgegeben. Scott konnte auf Grund seines Charakters und Temperaments unvorhergesehene Ereignisse nur schwer verkraften. Sie verschlimmerten seine Stimmungsschwankungen und zerrten noch stärker an seinen ohnehin gespannten Nerven. Amundsens geänderte Fahrt zur Antarktis besprach er, außer kurz mit seinem norwegischen Expeditionsteilnehmer und Skifahrer Gran, mit keinem seiner Offiziere oder den anderen Expeditionsmitgliedern.

Als Scott am 27.Oktober 1909 in Neuseeland ankam wurde er von Reportern zu Amundsens Vorhaben interviewt, worauf er nur ärgerlich reagierte. Er versuchte Amundsen zu vergessen und lehnte es ab, über ihn zu sprechen. Oates, ein Teilnehmer der Expedition und verantwortlich für die Ponys, schrieb an seine Mutter, dass er bei Amundsens Vorgehen keine Hinterhältigkeit sehe, wenn man sein Vorhaben nicht an die große Glocke hängt und mit viel Theater und Jubelschreie ankündigt.

Die Ponys, die Scott mitnehmen wollte, sollten wetterfest und aus der Mandschurei sein. Cecil Meares war für die Fahrt als Hundeführer eingestellt worden. Da er sich aus diesem Grunde in Ostsibirien aufhielt, bekam er von Scott den Auftrag, sich auch um die Beschaffung der Ponys zu kümmern. Oates war sehr überrascht, aber er war nicht der Mensch, der wegen seiner Zugehörigkeit zum Militär, Befehle hinterfragte. Scott war über die Ponys hocherfreut, doch Oates fand, dass es alte Krücken seien. Das war der Auslöser von Oates großer Abneigung gegenüber Scott.

Auf der Fahrt von Kapstadt nach Australien übernahm Scott das Kommando auf der Terra Nova von seinem Kapitän Evans. Evans zollte man auf der Terra Nova allgemeine Achtung. Vermutlich war Scott auf diese Popularität eifersüchtig. Scott wollte nach seinen Angaben die Expeditionsteilnehmer kennen lernen, aber für Evans war es der Grund für eine Gegnerschaft zu Scott. Hinter der Fassade bröckelte der Mannschaftsgeist schon vor der Ankunft im Ewigen Eis.

Es folgten weitere Schwächungen für das bevorstehende, außergewöhnliche Vorhaben, als erster Mensch den Südpol zu erreichen. Der erste Schiffsoffizier Edgar W. Riley von der Royal Navy wurde in Melbourne von Scott entlassen und nicht ersetzt. So fuhr das Schiff weiter und die Arbeit des Schiffoffiziers wurde den Deckoffizieren überlassen.

Am 29. November verließ die Terra Nova Neuseeland und wäre 2 Tage später in einem Sturm fast gesunken. Die überalterten und vor der Fahrt nicht überholten Pumpen fielen aus. In dieser Krise übernahm Evans das Kommando. Nach 36 Stunden ließ der Sturm nach und auf dem Schiff trat wieder Ruhe ein. Die Mannschaft war der Meinung, dass Evans das Schiff gerettet hatte und klatschte, als er an Deck kam. Scott war darüber nicht begeistert. Danach kam die Terra Nova ins Packeis und wurde dort 3 Wochen festgehalten. Erst am 02. Januar kam das Schiff in den Mc Murdo-Sund an und es konnte mit dem Ausladen begonnen werden.

Kapitel 2: Der Marsch zum Pol beginnt
Nach der Überwinterung am Kap Evans brach die Hauptgruppe am 01.November 1911 zum Hut Point auf. Scott hatte für damals horrende tausende Pfund motorgetriebene Schlitten gekauft
(diese war der erste Einsatz von Motorschlitten in der Arktis und Antarktis) welche schon nach 5 Tagen wegen Material- und Werkzeugmangel sowie wegen ungenügenden Testfahrten komplett ausfielen.

Von nun an machten sich 3 unterschiedliche Gruppen auf den Weg. Zuerst gingen die Schlittenzieher los, dann folgten je nach Zustand die Ponys in kleineren Abständen und ihnen folgten die Hundeschlitten. Nachdem Scott merkte, welche erstaunlichen Leistungen die Hunde erbringen konnten, machte er sich viele Sorgen, da Amundsen über 100 Hunde zur Verfügung hatte. Er beschloss seine Hundeschlitten weiter in Richtung Südpol wie beabsichtigt einzusetzen und kam zu der Erkenntnis, wenn man mit Hunden richtig umgehen konnte, waren sie den Ponys überlegen.

Ebenfalls musste er feststellen, dass seine Kleidung und die der Expeditionsteilnehmer ungeeignet war. Da die Verpflegung im Lager nicht an die Antarktis angepasst war und die Umstellung auf die Marschverpflegung sehr kurzfristig kam, traten bei Teilnehmern leichte Erkrankungen auf.

Die Ponys verloren ihre Kräfte und an 09.Dezember mussten die letzten erschossen werden. Es war vorgesehen, dass die Hundeschlitten im neuen Jahr Nachschub zu den Depots für den Rückmarsch bringen sollten und daher durften sie nicht zu spät zurückkehren.

Am 10. Dezember begann der Aufstieg auf den Beardmorgletscher. Gegen 21.00 Uhr schlugen sie Ihr Lager auf und danach begann ein starker Wind zu wehen. An einen Weitermarsch war nicht zu denken. Erst an nächsten Tag errichteten sie das untere Gletscherdepot und um 11.00 Uhr begann der Abmarsch. Gegen 15.00 Uhr machten sie Halt und die Lasten auf den Hundeschlitten wurden auf die 3 Schlitten verteilt, mit denen der Südpol zu Fuß erreicht werden sollte. Die Hundeführer traten mit den Hunden den Rückweg an und hatten durch die getöteten Ponys genug Futter um sicher in ihrem Stützpunkt auf der Ross-Insel anzukommen.

Text in Überarbeitung


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