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Entdecker: William Lashly, 1867 - 1940 (England)
20.06.2008 von polarworld

William Lashly


Entdecker – Antarktis
Geboren – 25. Dezember 1867 in Hambledon (Hampshire), England
Gestorben – 12. Juni 1940
Herkunft - England
Beruf – Polarforscher, Marinesoldat
Erfolge – Mitglied von Scotts Discovery-Expedition (1901-1904) und Terra Nova-Expedition (1910-1913)

Sein Leben und seine Expeditionen

William Lashly wird Weihnachten am 25. Dezember 1867 in Hambledon, England, geboren. Er dient als Heizer in der Royal Navy auf der HMS Duke of Wellington und begleitet Robert Falcon Scott auf seinen Antarktisexpeditionen.

Ihr erstes gemeinsames Eisabenteuer ist die Discovery-Expedition zwischen 1901-1904.
Dort wählt Scott für seinen erfolgreichen Rekordversuch zum Vorstoß nach Süden Lashly und Edgar Evans aus. 1903 erreichen sie im Victoria Land den südlichsten Punkt, den jemals Menschen betreten haben.

Anschließend nimmt Lashly auch an der Terra Nova-Expedition (1910-1913) teil, gehört aber nicht zu den Polbezwingern. Verantwortlich für die Motorschlitten, die schnell bei der Kälte versagten, mussten die Männer die Ausrüstung selbst ziehen. 150 Meilen vor dem Ziel schickt Scott drei Leute zurück:
Thomas Crean, Edward „Teddy“ Evans und Lashly.

Während Scott mit seinen Männern den Südpol erreicht und alle auf dem Rückmarsch umkommen, überleben diese drei Männer dank Creans unbändigem Kampfgeist und Willensstärke mühselig die eisigen 750 Meilen (1.200 Kilometer) zurück. Dabei muss Crean die letzten 35 Meilen (56 Kilometer) alleine zurücklegen, um Hilfe zu holen für den schwer an Skorbut erkrankten Evans. Lashly bleibt bei Evans und passt auf ihn auf.

Zurück in der Heimat, erhalten Crean und Lashly die begehrte Auszeichnung für Lebensrettung von Seeleuten (Albert Medal for Lifesaving). Lashly quittiert den Dienst bei der Royal Navy, meldet sich aber bei den Reservisten und ist im Laufe des ersten Weltkrieges auf zwei Kriegsschiffen (HMS Irresistible, HMS Amethyst) stationiert. Nach dem Krieg arbeitet er als Zollbeamter in Cardiff, Wales. 1932 geht er endgültig in Pension und lebt danach bis zu seinem Tod in seiner Heimatstadt Hambledon.

Das Haus, in dem er wohnt, nennt er nach einer Landmarkierung auf dem Weg zum Südpol liebevoll „Minna Bluff“. Es liegt ein paar hundert Meter in der Green Lane auf der B 2150 nach Droxford.

In der Antarktis werden westlich vom damaligen Basislager (Scott Base) die Berge nach Lashly benannt (Lashly Mountains) und ein Distrikt in seinem Heimatort Hambledon heißt nun Lashly Meadows.

1969 erscheinen aufbereitet und herausgegeben von Commander A. R. Ellis die Tagebuchaufzeichnungen von Lashly – ein faszinierender Einblick in zwei bedeutende Expeditionen.

Buchempfehlungen:

- A. R. Ellis (Hrsg.): Under Scott's Command: Lashly's Antarctic Diaries. Gollancz, London, 1969

Webempfehlungen:


[URL=http://www.hambledon-hants.com/index.php?option=com_content&task=view&id=14&Itemid=43]Hambledon[/URL – der Heimatort von William Lashly]

Quellenangeben:

- Diana Preston: A First Rate Tragedy. ISBN 0-618-00201-4
- Roland Huntford: The Last Place on Earth. ISBN 0-689-70701-0
- Apsley Cherry-Garrard: The Worst Journey in the World. ISBN 0-88184-478-0
- A.R. Ellis: Under Scott's Command: Lashly's Antarctic Diaries. Gollancz, 1969
- The Oxfort Times, http://archive.oxfordmail.net/2007/5/4/150254.html


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