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Delphine / Erste künstliche Flosse für einen Delphin
12.02.2006 von Bridgestone Germany, Cornelius Blanke und Polarworld

Was verdankt ein Delphin dem besten Rennfahrer Michael Schumacher?

Das kleine orthopädische Wunder kam zustande durch die hoch entwickelte Gummiforschung des Reifenherstellers Bridgestone, dem Zulieferer der Scuderia Ferrari und das immerwährende Puschen seines Stars Michael Schumacher nach Perfektion und Weiterentwicklung.

BRIDGESTONE
Foto: Bridgestone

Okinawa, Japan, im September 2005:
Im japanischen Okinawa-Churaumi-Aquarium konnte ein Delphin kaum noch schwimmen, nachdem wegen einer Pilz-Erkrankung fast die gesamte Schwanzflosse abfaulte und sogar amputiert werden musste.

Als Mitarbeiter der japanische Reifenhersteller Bridgestone davon hörten, entwickelten sie gemeinsam mit Experten der Universität Tokio eine künstliche Flosse in einer eigens in Leben gerufenen Projektgruppe. Hierfür standen die gesamte Gummitechnologie des Weltkonzerns zur Verfügung und auch die Erfahrungen durch die Formel-1.

An der Universität Tokio wurden in Spezial-Wasserbehältern zahlreiche Tests mit Flossen-Prototypen durchgeführt. Auch Formel-1-Pilot Michael Schumacher war begeistert von der Idee seines Ferrari-Zulieferers.

Mit Hilfe dieser Silikon-Flosse ist der Meeressäuger nun wieder ganz in seinem Element und wagt wieder hohe Sprünge. Das ist die erste erfolgreiche Entwicklung einer künstlichen Delphinflosse überhaupt.

Das Delphinweibchen „Fuji“ kann nun wieder mit den Sprüngen das Publikum begeistern. Der 235 Kilogramm schwere Große Tümmler von stattlichen drei Metern Länge kommt mühelos mit der Kunstflosse klar.

Auch vor der sensationellen Operation war „Fuji“ über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt, denn sie lebt seit 28 Jahren im Aquarium, hat schon mehrmals für Nachwuchs gesorgt und ist Sympathieträger der Shows.

Ihr ältester Nachkomme („Ryu“) ist sogar japanischer Rekordhalter. Er ist mit 26 Jahren der älteste Delphin, der ausschließlich in Gefangenschaft gehalten wurde.

„Fujis“ schwere Krankheit, die ihre Schwanzflosse nach und nach zerstörte, begann schon im Oktober 2002. Um ihr Überleben zu sichern, musste die Schwanzflosse größtenteils amputiert werden. Nach der Amputation waren „Fujis“ Schwimmfähigkeiten jedoch sehr stark eingeschränkt.

Die Flosse besteht aus einem Silikon, das lebendem Gewebe sehr ähnlich ist. Die Flosse besitzt ein Kissen aus patentiertem Schaumgummi an der Stelle, wo sie am Delphinkörper mit einer speziellen Manschette anliegt. Das Material weist eine hervorragende Beständigkeit gegenüber Wasser und klimatischen Einflüssen auf.

ACM (Advanced Composite Material) verstärkt die Flosse und reduziert das auf „Fuji“ lastende Gewicht. Zur Herstellung der künstlichen Flosse haben die Bridgestone Techniker die Bewegungen von Delphinflossen dreidimensional analysiert und die auch beim Reifendesign verwendete FE-Methode (Finite Elemente) genutzt, um die Flossenform zu optimieren.

Quelle: Bridgestone Germany, Autor: Cornelius Blanke


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