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Kapitel 1: Das Leben in Deutschland nach Kriegsende 1945 - 1948
28.09.2009 von polarworld

Das Leben in Deutschland nach Kriegsende 1945 - 1948

Der Zweite Weltkrieg kostete 60 Millionen Menschen das Leben. Es war der bislang größte Konflikt in der Menschheitsgeschichte – verheerend mit unvorstellbarem Leid und Hass.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebte auch die geschlagene deutsche Bevölkerung in Armut. Die Städte waren zerstört und die Fabriken zerbombt und geplündert. Es fehlte an Rohstoffen und Düngemitteln. Weltweit führende deutsche Wirtschaftsunternehmen verloren Patente und Warenzeichen. Lebensmittel waren rationiert und nur aus eigenem Anbau oder über Lebensmittelmarken zu haben. Dadurch blühte der Tauschhandel. Stadtbewohner fuhren massenhaft aufs Land, um Sachgüter gegen die notwendigsten Lebensmittel einzutauschen.

TRÜMMERFRAUEN
Berliner Trümmerfrauen (Privatarchiv Frau Janczikowsky ca. 1947)

Die Frauen hatten die schwere Aufgabe, aufzuräumen und wieder aufzubauen, denn die meisten Männer waren im Krieg gefallen oder in Kriegsgefangenschaft. Allein in Berlin räumten über 60.000 "Trümmerfrauen" ohne jedes technische Hilfsgerät schwerste Hindernisse aus dem Weg und sammelten Bausteine, die noch als Baumaterial verwendbar waren.

TRÜMMERFRAUEN
Aufräumarbeiten in der Jägerstraße im Juli 1946
(Deutsches Bundesarchiv, Foto 183-H29659, Peter Cürlis)

Es gab mehr als 400 Millionen Kubikmeter Schutt. In Deutschland waren etwa 4 Millionen Wohnungen durch alliierte Luftangriffe zerstört, knapp 700.000 Wohnungen davon in Berlin. Allein am 18. März 1945 griffen 1.250 amerikanische Bomber die Stadt Berlin an!

Schon während des Krieges gab es erhebliche ideologische Differenzen zwischen der kommunistischen Sowjetunion und den kapitalistischen westlichen Alliierten, den U.S.A., Großbritannien und Frankreich. Nur zugunsten des gemeinsamen Ziels gegen das Deutsche Reich vorzugehen zu müssen, wurden diese unüberwindbaren ideologischen Spannungen nicht in den Vordergrund gestellt.

So ging dann auch der Zweite Weltkrieg nahtlos in den Kalten Krieg über. Der deutsche Satiriker Wolfgang Neuss fragte 1949, ob „wir noch in der Nachkriegszeit oder schon wieder in der Vorkriegszeit“ lebten.

Aber bevor der rasante Wirtschaftsaufschwung in den 1950er Jahren Deutschland das „Wirtschaftswunder“ bescherte, geschah etwas, was die Welt in Atem hielt und wieder an den Rand eines Weltkrieges brachte:

Am 24. Juni 1948 sperrte die Sowjetunion alle Zufahrts- und Versorgungswege nach West-Berlin. Straßen, Eisenbahnschienen und Wasserwege – die Hauptversorgungsadern zu einer Millionenstadt - waren plötzlich unpassierbar.

Die Blockade begann!

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