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Die unglaubliche Physik der Vögel
25.12.2009 von polarworld

Die unglaubliche Physik der Vögel

Eine unmögliche Physik erlaubt dem Vogel zu fliegen, obwohl sie eigentlich zu schwer sind, und zu tauchen, obwohl sie eigentlich zu leicht sind. Ihr Körper widersteht Kräften, die uns Menschen töten würden. Unglaubliche Körper-und Sinnesleistung stoßen an die Grenzen der Physik und überrumpeln so manches Naturgesetz mit einem anderen.

Präzision und Geschwindigkeit: Die Jagd unter Wasser

Kormorane oder Eisvögel stürzen sich ins Wasser und erjagen so ihre Beutefische. Beim Eintauchen wird das Wasser durch das Körpergewicht verdrängt. Aber um zu tauchen, muss ein Körper schwerer sein als Wasser, ansonsten prallt er ab.

Der Europäische Eisvogel (Alcedo atthis, Ordnung der Rackenvögel) ist Vogel des Jahres in Deutschland 1973 und 2009. Der zierliche kleine bunte Vogel wiegt bei einer Körperlänge von nur 16 bis 18 Zentimetern nur zwischen 35 bis 40 Gramm – viel zu wenig zum Eintauchen ins Wasser oder Schwimmen unter Wasser (Gesetz vom Auftrieb).

Der Eisvogel setzt hierbei auf eine unglaubliche Geschwindigkeit beim Eintauchen. Er bricht durch die Wasseroberfläche mit der Schubkraft eines Airbus im Leerlauf – 90 Kilometer pro Stunde! Vom Eintauchen bis Auftauchen – mit Beutefisch – vergehen selten mehr als 2-3 Sekunden. Dabei schießt er einen Meter tief ins Wasser, jagt der Beute hinterher, fängt sie, dreht sich um und taucht wieder auf. Er legt ein Vielfaches seiner Körperlänge zurück und ist schnell wie ein Kampfflugzeug. Vergleichen wir die Leistung mit Menschen, müsste ein Mensch in nur drei Sekunden 25 bis 30 Meter tief ins Wasser stürzen und mit einem Fang auftauchen, der so schwer ist wie ein ausgewachsener Retriever!

EISVOGEL
Der Europäische Eisvogel (Foto von Lukasz Lukasik,
gemeinfrei, Danke für das tolle Foto)

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