Artikel » Ökologie » Roboter-Fisch auf der Suche nach Umweltsünder Artikel-Infos
   

Roboter-Fisch auf der Suche nach Umweltsünder
26.12.2009 von polarworld

Ein Roboter-Fisch spürt Umweltsünder auf!

Fische haben einen erstaunlichen Geruchssinn. Haie erschnüffeln Körpersäfte eines verwundeten Beutetiers in einer Verdünnung von eins zu zehn Milliarden. Lachse finden dank ihres Riechvermögens zu dem Fluss zurück, aus dem sie stammen. Aale können stereoskopisch riechen, also feststellen, aus welcher Richtung ein Geruch kommt. Damit navigieren sie Tausende Kilometer weit durch die Ozeane. Nur eines konnten Fische bislang nicht: Üble Gerüche, etwa von gefährlichen Giften, anderen mitteilen.

Der Computerwissenschaftler Professor Huosheng Hu von der englischen Universität Essex hat einen Roboter-Fisch erfunden. Er riecht die Giftstoffe im Wasser und sendet die Informationen an ein Kontrollzentrum. Seit 2010 werden die ersten künstlichen Fische in Industriehäfen zur Überwachung der Wasserqualität eingesetzt. Danach können die 22.000 EURO teuren Roboter-Fische auch in Flüsse, Seen und Meere Alarm schlagen, wenn dort heimlich Schadstoffe verklappt werden oder Tanker leckschlagen.

Mit einer bemerkenswerten Motorik autonom ohne Fernsteuerung und Energiesparend macht sich der Roboter-Fisch auf Patrouille nach Giften unter Wasser. Sie schwimmen friedlich, machen keinen Lärm oder Wellen, stören die Umwelt nicht, wo echte Fische leben. Außerdem ist die Gestalt eines Fisches ideal zur Fortbewegung unter Wasser, deshalb sieht der Überwachungsroboter aus wie ein Fisch. Schon vor vier Jahren wurden im Londoner Aquarium Prototypen getestet. Eine Besucherin fragte, wie man es bloß geschafft habe, einen fisch in die Verkleidung zu bringen, so lebensecht bewegen sie sich.

SHAOL-1
Der "Shaol-1" sieht aus wie ein Fisch, besteht aber aus vielen Sensoren, Mikrochips, Motoren und einer komplizierten Software.
Foto: unbekannt

Webhinweise

Professor Huosheng Hu – Webseite School of Computer Science and Electronic Engineering

Quellenangabe

Neue Allgemeine Gesundheitszeitung für Deutschland: Die Seite für Kinder vom 01.12.2009, Süddeutsche Zeitung vom 05.11.2009


Druckansicht   druckbare Version anzeigen
Seite empfehlen   Artikel empfehlen
0 Kommentar(e)   kommentieren
 
Wertung ø 10,00
3 Stimme(n)
Seitenanfang nach oben